Aikido für Kinder

Warum?

Massive Reizüberflutung, Leistungsstress schon im Vorschulalter und andere psycho-soziale Belastungen gefährden die natürliche Entwicklung und das innere Gleichgewicht unserer Kinder. Durch den Verlust der Balance von Aktivität und Entspannung entgleist der spielerische Tatendrang - die Freude an der Bewegung -, in der das Kind im Austausch mit seiner natürlichen und sozialen Umwelt sein Ich erlebt und formt, oft zu einer ruhelosen Überaktivität, an deren Ende vielfach psychische Erschöpfung und innere Leere stehen. Die Entwicklung einer gesunden Wahrnehmungs- und Erlebnisfähigkeit unserer Kinder wird deshalb zu einer wichtigen Aufgabe.

Was Aikido für Kinder tun kann

Aikido kann hierzu einen wertvollen Beitrag leisten: Das Bewegungsbedürfnis von Kindern und Jugendlichen kommt im Aikido voll auf seine Kosten. Gleichzeitig wird es geformt - bekommt Halt und Struktur. Aus der rein körperlichen Schulung wird eine Schulung der gesamten Persönlichkeit: Die Kinder lernen, sich mit ihren Ängsten (zum Beispiel vor dem Fallen) auseinander zu setzen und sie aufzulösen. So entwickeln sie ein gesundes Selbstvertrauen, das ohne großspuriges Gehabe auskommt. Auch die sozialen Fähigkeiten werden gefördert: Man kann Aikido nur gemeinsam mit anderen üben, man muss sich aufeinander einlassen und Vertrauen entwickeln. Dabei lernen die Kinder, Grenzen zu setzen und die Grenzen anderer zu respektieren.

Kinder und Jugendliche die Aikido üben, üben sich auch in Disziplin, Konzentration und Geduld und lernen, Verantwortung für sich und ihr Tun zu übernehmen. Die Erfolgserlebnisse beruhen nicht auf dem Vergleich mit anderen (Konkurrenz), sondern auf dem persönlichen Fortschritt.

Und das Thema "Gewalt"?

Aikido greift nicht zuletzt auch das Thema Gewalt auf, das für die Jugendlichen eine wichtige Rolle spielt. In konkreten, praktischen Übungen werden alternative Möglichkeiten zur gewaltsamen Lösung von Konflikten aufgezeigt. Aikido ist der Versuch Gewalt, wo immer möglich, zu vermeiden - dass heißt zum Beispiel auch, sie nicht durch zur Schau gestellte Stärke zu provozieren -, ihr jedoch, wo nötig, mit angemessenen Mitteln zu begegnen.