Das Training
Es ist keine Überraschung, auch Aikido lernt man nur durch regelmäßiges Trainieren. Dabei bleibt es jedem selbst überlassen, ob er jeden Tag oder nur einmal in der Woche trainieren geht, wichtig ist die Regelmäßigkeit.

So sieht ein Training in unserem Dojo aus
Bevor man das Dojo betritt, muss man seine Schuhe ausziehen. Beim Betreten des Dojos verneigt man sich in Richtung der Kamiza.
Ups, ist das immer so steif und voller Förmlichkeiten?
Nun ja, Aikido ist eine japanische Sportart und die Verbindung zu seinen Ursprüngen in Japan und dessen kulturellem
Hintergrund ist sehr eng. Deshalb sind viele, in Japan ganz selbstverständliche, aber für uns fremde oder
gar befremdliche Verhaltensweisen fester Bestandteil der Umgangsformen während der Übungsstunden. Vielleicht
scheinen einem zu Beginn diese Etikette seltsam und ungewohnt. Sicher ist
es hilfreich, sie vor ihrem kulturellen Hintergrund zu verstehen - und nach kurzer Zeit werden sie ganz
selbstverständlicher Bestandteil des gemeinsamen Übens.
In unserem Dojo werden diese Verhaltensregeln respektiert und praktiziert, allerdings mit einer gesunden Lockerheit. Also, keine Angst, niemand wird zu irgendwelchen, ihm unangenehmen Rieten gezwungen und es herrscht auch kein militärischer Drill.
Allerdings gibt es bei uns einige Verhaltensregeln nach den man sich schon richten sollte. Und das fällt im Allgemeinen auch nicht schwer. Denn diese Verhaltensregeln dienen im Wesentlichen einem reibungslosen und erfolgreichem Ablauf des Trainings (wer will schon die ungewaschenen Stinkefüße oder den alten, schweißdurchtränkten Dogi seines Übungspartners riechen müssen).
Aber weiter in der Beschreibung eines Übungsabends. Wenn man im Dojo
angekommen ist und die Anwesenden begrüßt hat, geht man in die
Umkleidekabinen, um sich umzuziehen. Dazu gehört auch das schon erwähnte
Waschen der Füße. Die Kleidung
eines Aikidokas besteht aus einem Dogi und dem Hakama
für die Fortgeschrittenen.
Das Training beginnt damit, dass sich alle Aikidokas in einer Reihe,
gegenüber der Kamiza, im Seiza
hinsetzen. Vor der Reihe sitzt der Lehrer. Der Beginn des Trainings wird durch
eine kleine Meditation und eine Begrüßungszeremonie
eingeleitet.
Anschließend folgen die, für das Aikido typischen, Lockerungsübungen.
Diesen Lockerungsübungen folgt dann das Aufwärmen. Das sind meist Elemente aus der Fallschule, die jeder noch ohne Partner durchführt. Hierbei stellt sich die Gruppe in zwei Reihen an einer Seite des Dojos auf, um dann die Länge des Raumes mit diversen Vorwärts- oder Rückwärtsrollen, oder sich im Kniesitz bewegend, zurückzulegen. Ihr könnt es glauben, danach sind die Muskeln warm (und nicht nur die...)
Nach dem Aufwärmen beginnt das eigentliche Üben von Techniken. Dazu setzen sich erst mal wieder alle in der
schon erwähnten Reihe hin. Wieder im Seiza, aber wer damit Schwierigkeiten hat, weil ihm möglicherweise die
Füße weh tun, kann sich natürlich auch im Schneidersitz hinsetzen. Der Lehrer bittet einen, meist
schon weiter fortgeschrittenen Aikidoka nach vorn, um mit diesem die Übung vorzuführen. Dabei wird die
Technik genau erklärt und auf die jeweiligen Besonderheiten und zu erwartenden Schwierigkeiten hingewiesen.
Der Lehrer fordert die Gruppe auf, die Technik selbst zu üben.
Dazu sucht sich jeder einen Partner, mit dem er die Technik üben möchte. Bei der Partnerwahl gibt es keine Regeln. Jeder kann und soll mit jedem üben.
Man verneigt sich vor seinem Partner und bittet ihn so, gemeinsam zu üben.
Die Paare (je nach Technik oder Zahl der Anwesenden bilden sich auch Dreiergruppen) verteilen sich im Raum und beginnen mit ihren Übungen. Bei diesen Partnerübungen wird der Angegriffene Nage der oder die Angreifenden Uke genannt. Beide haben Anteil an der Übung und lernen dabei etwas. Nage übt die eigentliche Technik und Uke lernt mit der Technik umzugehen und verbessert seine Fallschule. Die Rolle der beiden wechselt nach jeweils vier Wiederholungen.
Der Lehrer geht auf die Aikidokas zu und korrigiert ihre Techniken, gibt
Hinweise, was zu verbessern ist und hilft bei auftretenden Schwierigkeiten.
Im Laufe eines Abends werden so meist drei oder vier verschiedene Techniken geübt.
Die Lehrer bemühen sich, jedes ihrer Trainings auf das vorhergehende aufzubauen. Deshalb ist es sehr sinnvoll, möglichst regelmäßig das Training zu besuchen.
Am Ende der Übungsstunde steht oftmals eine Entspannungsübung oder Massage. Abgeschlossen wird mit einer kurzen Meditation und der rituellen Verabschiedung.
Nach dem Training setzen sich alle auf der Matte zusammen und trinken Tee.
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