Im Gegensatz zur westlichen Welt, die den Ursprung von Krankheiten in einer Fehlfunktion von physikalisch-chemischen oder biologischen Mechanismen sieht, versteht die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) den Menschen als eine körperlich-seelische Einheit, als einen Gesamtorganismus, der ständig im Austausch und Fluss ist.
Krankheit ist ihr zu Folge eine Störung im Energiefluss. Die Energie, auch als Qi bezeichnet, durchdringt den Körper in einem System von Leitbahnen, den Meridianen, die mit den inneren Organsystemen in Verbindung stehen.
Aus chinesischer Sicht beginnen Krankheiten schon lange bevor sie schulmedizinisch feststellbar oder messbar sind. Darunter fallen z.B. die vielen psychosomatischen Erkrankungen, für die die TCM schlüssige Diagnose- und Behandlungskonzepte vorweist. Das Sichtbarwerden einer Störung in Form einer Erkrankung stellt somit für die chinesische Medizin den Endpunkt eines schon lange vorher begonnen Krankheitsprozesses dar. Dieser ist nun auch lediglich auf der körperlichen Ebene sichtbar geworden. Die fernöstliche Heilkunde geht davon aus, dass das Geheimnis der Gesundung in der Weckung und Stärkung der natürlichen Lebensenergien liegt. Deren Zustand ist verantwortlich für unsere Abwehr-, Widerstands- und Regenerationskraft.
Die TCM kennt verschiedene Möglichkeiten, um Einfluss auf den Energiefluss und den Gesundheitszustand des Menschen nehmen zu können, wie z.B. Körperübungen, Ernährungsweise, Kräutermedizin, Moxatherapie, Schröpfen und Akupressur/Akupunktur.
Die TCM teilt die beobachteten Erscheinungen jeweils in ein männliches oder weibliches Prinzip ein. Des weiteren werden Krankheitserscheinungen danach beurteilt, ob sie inneren oder äußeren Ursprungs sind. Als innere Krankheitsursache können z.B. übermäßig starke Emotionen genannt werden oder Schwächen in den Organfunktionen, wie sie die TCM sieht. So führt z.B. eine Schwäche der Milz zu einer Bildung von Schleim.
Äußere Krankheitsursachen stellen z.B. Unfälle oder das Einwirken von klimatischen Faktoren auf den Organismus, wie z.B. Hitze, Kälte oder Wind, dar.
Ein weiteres System in der TCM bilden die fünf Elemente oder Wandlungsphasen: Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser. (Diese Elemente sind sich in einem Kreis aneinander gereiht vorzustellen, so dass auf das zuletzt genannte Element Wasser wieder das Element Holz folgt.) Das jeweils folgende Element geht aus dem vorangegangen hervor und ist deshalb von dessen Qualität abhängig. Außerdem gibt es noch eine Beziehung zwischen den jeweils übernächsten Elementen. So hat das Element Wasser die Kontrolle über das Element Feuer (Wasser löscht Feuer) oder das Element Holz die Kontrolle über das Element Erde (wie ein Holzpflug, der die Erde durchgräbt).
Den Elementen oder Wandlungsphasen sind zudem noch jeweils Jahreszeiten, Tageszeiten, Organe, Körperschichten und – Körperflüssigkeiten, Gesichtsfarbe, Sinne, Geschmacksrichtungen, Emotionen, Temperamente , Ausdruck der Stimme und vieles mehr zugeordnet.
Bei Einteilung der Krankheitserscheinungen in dieses System lässt sich dann erkennen, in welchem Element oder welchen Elementen Störungen vorliegen.
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